Leistungen als BNB Koordinator
Öffentliche Bauvorhaben folgen eigenen Regeln: Haushaltsrecht, Vergabe, Bauverwaltung. Wir kennen diese Abläufe und richten die Nachweisführung danach aus.
Die Rolle selbst beschreiben wir unter BNB Koordinator.
Bedarfsplanung
Einordnung des Vorhabens, Wahl des Moduls und Festlegung des Zielniveaus mit der Bauverwaltung.
Pre-Check
Bewertung aller Kriterien gegen den Planungsstand, mit Maßnahmen für ein sicheres Zielniveau.
Leistungsbeschreibung
Nachhaltigkeitsanforderungen so formuliert, dass sie in Vergabeunterlagen und Verträge passen.
Fachnachweise
Ökobilanz, Lebenszykluskosten, Simulationen und Konzepte aus einem Team.
Bauüberwachung
Produktfreigaben, Schadstoffnachweise und Messungen laufend während der Ausführung.
Konformitätsprüfung
Aufbereitung der Dokumentation, Einreichung und Begleitung bis zum Zertifikat.
Systematik des BNB
Das BNB bewertet in fünf Hauptkriteriengruppen. Die Standortmerkmale werden gesondert ausgewiesen und fließen nicht in den Gesamterfüllungsgrad ein.
Hinter jeder Gruppe stehen Steckbriefe mit Bewertungsmaßstäben. Für jeden Steckbrief ist festgelegt, welche Nachweise gefordert sind, das macht das System gut ausschreibbar.
| Stufe | Gesamterfüllungsgrad |
|---|---|
| Gold | ab 80 Prozent |
| Silber | ab 65 Prozent |
| Bronze | ab 50 Prozent |
Die Hauptkriteriengruppen des BNB
Ökologische Qualität
22,5 Prozent. Ökobilanz, Risiken für die Umwelt, Trinkwasser und Flächeninanspruchnahme.
Ökonomische Qualität
22,5 Prozent. Lebenszykluskosten und Wertstabilität.
Soziokulturell und funktional
22,5 Prozent. Gesundheit, Behaglichkeit, Nutzerzufriedenheit, Funktionalität und Gestaltung.
Technische Qualität
22,5 Prozent. Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, Reinigung und Rückbau.
Prozessqualität
10 Prozent. Planung, Ausschreibung, Bauausführung und Inbetriebnahme.
Standortmerkmale
Gesondert ausgewiesen. Risiken am Standort, Verkehrsanbindung und Umfeld.
Module des BNB
Das BNB ist in Module für Nutzungen und Lebensphasen gegliedert. Welches Modul gilt, hängt von Gebäudeart und Maßnahme ab.
Platzhalter, bitte die aktuell gültigen Versionsstände der Module vor Veröffentlichung prüfen.
| Modul | Kürzel | Anwendung |
|---|---|---|
| Büro- und Verwaltungsgebäude, Neubau | BNB_BN | Neubau von Verwaltungsbauten, das Kernmodul des Bundes |
| Büro- und Verwaltungsgebäude, Komplettmodernisierung | BNB_BK | Umfassende Modernisierung bestehender Verwaltungsbauten |
| Nutzen und Betreiben | BNB_BB | Bewertung von Bestandsgebäuden im Betrieb |
| Unterrichtsgebäude, Neubau | BNB_UN | Schulen und Bildungsbauten |
| Laborgebäude, Neubau | BNB_LN | Forschungs- und Laborbauten |
| Außenanlagen | BNB_AA | Freianlagen von Bundesliegenschaften |
Ablauf in fünf Schritten
Das BNB orientiert sich an den Planungsphasen öffentlicher Bauvorhaben. Entscheidend ist, dass die Anforderungen in der Vergabe stehen.
Wir begleiten alle fünf Schritte mit einem festen Ansprechpartner, auch gegenüber der Konformitätsprüfungsstelle.
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01 Bedarfsplanung und Zielvereinbarung
Mit dem Bauherrn und der Bauverwaltung legen wir Modul, Zielniveau und Verantwortlichkeiten fest. Bei Bundesbauten ist das Anforderungsniveau oft vorgegeben, bei kommunalen Vorhaben wird es im Projekt vereinbart.
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02 Vorplanung und Pre-Check
Bewertung der Kriterien gegen den Planungsstand, erste Ökobilanz und Lebenszykluskosten. Der Pre-Check zeigt, welche Maßnahmen das Zielniveau sichern, solange sie noch ohne Umplanung möglich sind.
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03 Entwurf und Ausschreibung
Nachweisrelevante Anforderungen fließen in Entwurfsplanung, Leistungsverzeichnisse und Vergabe ein. Bei öffentlichen Auftraggebern ist das der entscheidende Schritt, weil spätere Änderungen vergaberechtlich schwierig sind.
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04 Bauüberwachung und Dokumentation
Produktfreigaben, Schadstoffnachweise und Messungen werden während der Ausführung gesammelt und geprüft. Die Dokumentation wächst mit dem Bau, nicht danach.
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05 Konformitätsprüfung und Zertifikat
Einreichung der vollständigen Dokumentation bei der zugelassenen Konformitätsprüfungsstelle, Beantwortung der Rückfragen und Übergabe des Zertifikats an den Bauherrn.
BNB für Kommunen
Städte und Gemeinden wenden das BNB zunehmend für Schulen, Kitas und Verwaltungsbauten an. Es ist nicht kommerziell, fügt sich in öffentliche Verfahren ein und schafft Vergleichbarkeit zwischen Projekten.
- Vergabesicher. Anforderungen, die sich eindeutig in Leistungsverzeichnissen beschreiben lassen.
- Förderfähig. Als registriertes System Grundlage für das QNG und damit für Förderprogramme.
- Vergleichbar. Einheitlicher Maßstab für mehrere Bauvorhaben einer Kommune.
- Klimaziele. Ökobilanz und Energiekonzept als Beitrag zu kommunalen Klimaschutzplänen.
Erfahrung mit öffentlichen Bauherren
Aus Projekten wie der Kita Humes in Eppelborn kennen wir die Abläufe zwischen Bauverwaltung, Planung und Prüfstelle.
BNB und QNG
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude setzt auf einer Zertifizierung nach einem registrierten System auf. Das BNB ist eines davon und für öffentliche Bauherren meist der naheliegende Weg zum QNG.
- Gemeinsame Ökobilanz. Die QNG-Grenzwerte werden mit derselben Bilanz nachgewiesen.
- Besondere Anforderungen. Materialgewinnung, Schadstoffe und Barrierefreiheit zusätzlich.
- Nichtwohngebäude. Dazu Naturgefahren am Standort und Dachbegrünung.
- Eine Dokumentation. BNB und QNG in einem gemeinsamen Nachweisweg.
Nachweise und Fachbeiträge
Die Steckbriefe des BNB verlangen eine Reihe von Fachnachweisen. Wir erstellen sie intern und liefern sie im Format der Prüfstelle.
Ökobilanz
Bilanzierung nach den Regeln des BNB auf Basis der Ökobaudat, über 50 Jahre.
Lebenszykluskosten
Barwert von Herstellung, Nutzung und Instandsetzung als Grundlage der ökonomischen Qualität.
Thermischer Komfort
Sommerlicher Wärmeschutz und Behaglichkeit per Gebäudesimulation.
Tageslicht
Tageslichtversorgung und Blendschutz für die soziokulturelle Qualität.
Schadstoffe
Bauproduktanforderungen, Freigaben und Raumluftmessung nach Fertigstellung.
Konzepte
Barrierefreiheit, Reinigung und Instandhaltung, Rückbau und weitere Steckbriefe.
BNB, DGNB oder LEED
Welches System passt, entscheidet vor allem der Bauherr. Den Vergleich aller Systeme finden Sie unter Zertifizierungssysteme im Vergleich.
| System | Typischer Anlass | Besonderheit |
|---|---|---|
| BNB | Bund, Länder, Kommunen | Nicht kommerziell, Prüfung über zugelassene Konformitätsprüfungsstellen |
| DGNB | Private Bauherren im deutschen Markt | Große Bandbreite an Nutzungen, DGNB Zertifizierung |
| LEED | Internationale Investoren | Punktesystem mit Fokus Energie, LEED Zertifizierung |
Kosten-Nutzen-Vorteil
Der Aufwand ergibt sich aus Modul, Gebäudegröße, Zielniveau und Leistungsumfang. Für öffentliche Auftraggeber beschreiben wir die Leistung zu Beginn vollständig, sodass sie sich ausschreiben und im Haushalt einplanen lässt.
Wo eine Förderung über das QNG möglich ist, rechnen wir den Kosten-Nutzen-Vorteil im Pre-Check mit aus.
Erstberatung
Sie planen ein öffentliches Bauvorhaben und möchten wissen, ob und wie das BNB anzuwenden ist? In einer Erstberatung klären wir Modul, Zielniveau, Leistungsumfang und die nächsten Schritte.
- info@gb-dc.de
- Telefon
- +49 6196 58655 850
- Leistungsgebiet
- Deutschlandweit
Standort Eschborn
Green Building Development ConsultantsAlfred-Herrhausen-Allee 3-5
65760 Eschborn
Sie finden uns in Eschborn bei Frankfurt am Main. Wir begleiten BNB Projekte für Bund, Länder und Kommunen in ganz Deutschland.
Über Eschborn hinaus sind Kolleginnen und Kollegen in Berlin, Mainz, Saarbrücken und Weinheim tätig. Begehungen und Abstimmungen vor Ort lassen sich dadurch auch kurzfristig einrichten, während die Projektverantwortung bei Ihrem Ansprechpartner bleibt.
Ansprechperson Neukunden
Johannes Schäfer
DGNB Auditor, BNB Koordinator und Energie-Effizienz-Experte.
Referenzprojekte
Über 100 abgeschlossene Projekte, darunter öffentliche Bildungsbauten. Eine Auswahl mit erreichter Stufe.
| Projekt | Ort | System und Stufe |
|---|---|---|
| Kita Humes | Eppelborn | DGNB Gold |
| ADAC Luftrettung | Rockenhausen | DGNB Gold |
| Drei Horizonte | Frankfurt am Main | DGNB Gold |
| Wohnquartier Freude | Wiesbaden | QNG Plus |
Häufige Fragen
Die häufigsten Fragen zur BNB Zertifizierung. Für Ihr konkretes Vorhaben erreichen Sie uns telefonisch oder per E-Mail.
Was ist das BNB?
Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen ist das Nachhaltigkeitssystem des Bundes für eigene Bauvorhaben. Es wird vom Bundesbauministerium herausgegeben und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung fachlich betreut.
Für wen ist das BNB verpflichtend?
Für Bauvorhaben des Bundes, die unter den Leitfaden Nachhaltiges Bauen fallen, insbesondere Neubauten von Büro- und Verwaltungsgebäuden. Länder und Kommunen können das BNB freiwillig anwenden, viele tun das inzwischen für Schulen und Verwaltungsbauten.
Welche Stufen vergibt das BNB?
Bronze ab 50 Prozent, Silber ab 65 Prozent und Gold ab 80 Prozent Gesamterfüllungsgrad. Für Bundesbauten wird in der Regel mindestens Silber gefordert.
Was ist der Unterschied zwischen BNB und DGNB?
Beide Systeme gehen auf eine gemeinsame Entwicklung zurück und bewerten ähnlich. Das BNB ist auf öffentliche Bauherren zugeschnitten, ist nicht kommerziell und wird über zugelassene Konformitätsprüfungsstellen geprüft. Die DGNB richtet sich an den privaten Markt.
Welche BNB Module gibt es?
Unter anderem Büro- und Verwaltungsgebäude im Neubau, Komplettmodernisierung, Nutzen und Betreiben im Bestand, Unterrichtsgebäude, Laborgebäude und Außenanlagen. Welches Modul passt, legen wir in der Zielvereinbarung fest.
Kann eine Kommune das BNB anwenden?
Ja. Kommunen nutzen das BNB zunehmend für Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude, weil es nicht kommerziell ist und sich gut in öffentliche Vergabeverfahren einfügt. Es ist zudem als System für das QNG registriert.
Wer darf ein BNB Projekt begleiten?
Ein BNB Koordinator mit entsprechender Qualifikation. Er steuert die Nachweise, bereitet die Dokumentation auf und ist Ansprechpartner der Konformitätsprüfungsstelle.
Was kostet eine BNB Zertifizierung?
Der Aufwand hängt von Modul, Gebäudegröße, Zielniveau und Umfang der Fachnachweise ab. Bei öffentlichen Auftraggebern legen wir den Leistungsumfang zu Beginn vollständig fest, damit er sich sauber ausschreiben lässt.